Mindblow

Nr.94 Mindblow, 95 x 120 cm, oil, charcoal, chalc, pastell on canvas, 2021 Teresidi

Nr.94 Mindblow, 95 x 120 cm, oil, charcoal, chalc, pastell on canvas, 2021 Teresidi

Inspiriert wurde das Gemälde „Mindblow“ durch Elon Musk‘s Vorstellung des „Neuralink“ – dem Prototypen eines Gehirnimplantates, welches nicht nur Nervenkrankheiten oder Alzheimer erfolgreich kurieren können soll, es ist auch in der Lage die elektrischen Impulse der Neuronen im Gehirn zu erfassen, diese als Gedankenmuster zu interpretieren und sie ans Smartphone zu senden, womit dieses steuerbar wird.

In erweiterten Ausgaben des „Neurolink“ wird man Eingaben an Computer, Automobile, Drohnen, oder direkt in die Köpfe anderer Menschen senden können, Erinnerungen aufzeichnen und Übertragen oder die eigenen Erinnerungen in einen neuen Körper hochladen können. Laut Elon Musk ist die Gehirnfunktionalität eine elektrische Problemstellung, die durch elektrische Impulse erfolgreich manipuliert und optimiert werden kann. Da wir ohnehin bereits alle per Definition Cyborgs sind, da wir unsere Smartphones als Erweiterung unseres Gedächtnisses und unserer Sinne benutzen, ist der Sprung zu implantierten Chips, Speicherkarten, Kommunikationstools und der unausweichlichen Verschmelzung zwischen Mensch und Maschine nicht mehr weit.
Die Gläubigkeit an Fortschritt und beständige technologische Entwicklung, die zunehmende Digitalisierung, sowie die beständig weiter verbesserte Computertechnologie in Verbindung mit Gentechnologie haben für viele Menschen und Wissenschaftler bereits einen quasi-religiösen Charakter angenommen. Der Glaube an eine beständige Optimierung der Geräte, des Lebensstils, des menschlichen Organismus bis hin zu einem „Übermenschen“ – einer neuen Spezies, wirft die Frage auf ob wir nicht doch nur eine Zwischenstufe der Evolution sind, bis zu unserer unumkehrbaren Verwandlung in eine neue Lebensform, möglicherweise optimiert für das Leben im All mit dessen zusammenhängenden komplexen Aufgabenstellungen.

Das auf dem Gemälde von der Sonne erleuchtete Mädchen pustet voller Zuversicht Samen in die Luft, auf dass diese ausgestreut neues Leben bilden. Einst davongeweht können sie nicht mehr zurückgeholt werden. Sollten sie zu unerwünschten Wucherungen führen, so ist deren Ausbildung nicht mehr aufzuhalten. Vielleicht weht mit diesen Samen die menschliche Existenz dahin, an die wir uns gewöhnt haben. Das Gehirn über dem Kopf des Mädchens hängt scheinbar isoliert in einem Reagenzglas an Kabeln, bildet die technologische Schnittstelle zum Motherboard im Hintergrund des Kindes. Vielleicht ist das die Zukunft, dem das Mädchen entgegenblickt, sobald es sich von der Sonne abwendet und vom Spielen zurückkehrt?

Über admin

Mag.art Katerina Teresidi, geboren in Georgien, aufgewachsen auf einer langjährigen Reise über Russland, Griechenland und der Schweiz bis zur Ankunft in Österreich, Vorarlberg 1999. Matura am Realgymnasium Feldkirch-Levis, Absolventin der Kunstuniversität Linz im Bereich Malerei und Grafik 2015. Lebt und arbeitet seit 2018 von Wien aus als freishaffende Künstlerin. Zahlreiche Beteiligungen an österreichischen und internationalen Ausstellungen und Projekten.

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