Sommerakademie Salzburg 2020

1953 gründete Oskar Kokoschka die „Schule des Sehens“ in der Festung Hohensalzburg. Seitdem nutzen jedes Jahr zur Sommerzeit zahlreiche internationale professionelle Kunstschaffende, Studierende, sowie Kunstinteressierte das Kursangebot der Sommerakademie Salzburg, um ihr Wisssen zu vertiefen, die eigene Schaffensweise zu hinterfragen, sowie ein besseres Verständnis für den persönlichen künstlerischen Zugang zu entwickeln. Dabei nutzen sie den zweiten Standort der Akademie im Steinbruch Untersberg in Fürstenbrunn, sowie programmabhängig andere Standorte der Stadt, meist währrend der Salzburger Festspiezeit.

Ein persönlicher Bericht

Dank dem Erhalt des Stipendiums des Landes Vorarlberg nahm ich erstmals vom 10 bis 22 August 2020 am zweiwöchigen Kurs der Künstler und Kursleiter Tobias Pils und Michael Hursky „Ohne Titel“ teil.

Die thematische Ausrichtung war zwar komplett frei, der Kurs blieb jedoch nicht ohne Vorgaben: als allererstes sollten sich die Teilnehmenden aufrichtig mit ihren persönlichen Schwachstellen konfrontieren und die Arbeit genau dort beginnen, wo die meisten Unsicherheiten herrschten.

Ich musste dafür auf die meiner gewohnten Arbeitsweise fremde Materialien, Techniken und Formate zurückgreifen. Thematisch beschloss ich mich endlich auf das lange vor mich hin geschobene Neuland des Traumes und Raumes einzulassen, und eroberte mit der teils sehr fordernden und jedenfalls intensiven Arbeit bisher unerreichte Sphären meines künstlerischen Arbeitsspektrums.

Anfangs war gerade die komplette Freiheit der Themenwahl die größte Hürde. Denn nicht nur musste eine ungewohnte Technik eingesetzt werden, auch Gedanken über die Idee, Ausrichtung, später Struktur und Komposition der neuen Arbeiten bereiteten gleichzeitig Kopfzerbrechen, was zu einem anfänglichen starken Rückzug vieler Studierenden führte, wo jeder Teilnehmende für sich versuchte, die komplexen neuartigen Fragestellungen zu lösen.

Nach einer Woche intensiven Arbeitens und Skizzierens (Atelieröffnungszeiten: 8:00 – 21:00 Uhr) begannen die allerersten bescheidenen Ansätze sichtbar zu werden. Erst da konnten die Kursleiter mit konkreten Tipps und Rückmeldungen zu den entstehenden Arbeiten richtungsweisend eingreifen, wobei sie zur Vertiefung der Technik anregten. Dies führte in Folge zum Bedürfnis, verschiedene Ansätze auszuprobieren, was ein intensives Produzieren neuer Werke während der zweiten Woche in Gang setzte.

Im Anschluss an die zweite Arbeitswoche in den Atelierräumlichkeiten der Festung Hohensalzburg fand die Öffnung der Klassen und eine Ausstellung der entstandenen Arbeiten für alle Besucherinnen und Kunstinteressierten statt. In ausführlichen Gesprächen konnten auch hier, am letzten Tag, von den vielen Rückmeldungen und Reaktionen zu den neuen Arbeiten zahlreiche Reflexionen und Impulse gewonnen werden.

Für diese intensive Arbeitszeit und Erfahrung bin ich dem Land Vorarlberg, der Sommerakademie Salzburg, den Kursleitern, sowie nicht zuletzt auch den teilnehmenden Kunstschaffenden dankbar, da diese intensive Arbeitszeit mir erlaubt hat, mehrere neue Türen in meinem künstlerischen Schaffen aufzustoßen, vor denen ich oft gestanden bin – dadurch habe einige Anregungen für meinen persönlichen künstlerischen Arbeitsprozess mitgenommen.

 

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