Dream of Salzburg

Salzburger Architektur und Geschichte fürstbischöflicher Lustschlösser inspirieren zu einer kritischen künstlerischen Auseinandersetzung mit der weltlich gebliebenen geistlichen Glaubensinstitution während des Aufenthaltes in der Sommerakademie Salzburg. 

Dream of Salzburg 2020

Es wurde inspiriert von der Stadt Salzburg und ihrer Architektur, der Burg Hohensalzburg mit ihrer Erbauungsgeschichte durch die Fürsterzbischöfe, welche durch ihre Kirchenbauten, Residenzhäuser und Paläste das Stadtbild bis heute prägen. Auch hatten die Kirchenväter, wie ich während meines Aufenthaltes in der Sommerakademie erlebte, zahlreiche Lustschlösser, wie beispielsweise das Schloss Hellbrunn mit seinen weltweit berühmten und am besten erhaltenen Wasserspielen betrieben. Auf dessen Grund wurden zahlreiche Orgien und Bacchanalien gefeiert. Ich habe mich gefragt, wie sich ein frommes, vergeistigtes Leben mit den Freuden des Fleisches vereinigen lässt, ob es für Fürsterzbischöfe und hohe Kirchenamtsträger überhaupt angebracht ist, sich dem ausschweifenden Lebensstil hinzugeben.

Ebenso haben sich diese Bischöfe kriegerisch beteiligt, haben zu ihrem Schutz die Burg Hohensalzburg erbaut, die nie eingenommen wurde. Ich habe mich gefragt, inwiefern sich die Institution Kirche überhaupt auf das geistige Vermächtnis berufen darf, oder ob sie, gleichgestellt einer weltlichen Partei, Interessensgemeinschaft oder einer verbrüderten Vereinigung betrachtet werden sollte. Bei meinen Überlegungen kam mir die institutionalisierte Lehre von Gott wie ein Attribut vor, ein Aushängeschild, welches dazu dienen sollte, allzu weltliche Machenschaften zu rechtfertigen. Kurz gesagt: eine von Menschen betriebene „geistliche“ Institution widersprach meinem intuitiven Verständnis der Geistlichkeit und kam mir wie eine große Täuschung vor, was ich in dem Gemälde intuitiv dargestellt habe.

Auch habe ich Bezug genommen auf die zahlreichen Sekten, die sich wiederum breitflächig gebildet haben, um diejenigen Menschen aufzufangen, die sich von der Kirche abgewandt haben, unter anderem aus oben genannten Überlegungen. Das Bedürfnis des Menschen an eine höhere Macht zu glauben wird oft benutzt und abgelenkt, auf Nebensächlichkeiten und falsche Idole, die durch ihre zahlreichen Anhänger an Macht und Einfluss gewinnen. Dabei ist mir der biblische Ausspruch Mose, 26:1 eingefallen: “ Ihr sollt keine Götzen machen noch Bild und sollt euch keine Säule aufrichten, auch keinen Malstein setzen in eurem Lande, daß ihr davor anbetet; denn ich bin der HERR, euer Gott.“

Ich beobachte Tendenzen, die eben dieser Anweisung großflächig widersprechen, die Kirche selbst widerspricht ihnen. Doch auch die Werbung und Social Media – Kanäle bringen die Massen dazu, Hollywoodstars und Musiker hochzuhalten, die Verehrung geht soweit, dass diese von ihren Fans angebetet werden. Mein Malprozess wurde von all diesen Gedanken angeregt und ich habe versucht, die falschen Propheten an jeder Ecke dieser symbolischen Stadt darzustellen, sowie die menschenähnlichen Figuren, die teilweise niedergeschlagen, teilweise entleert, durch die Gassen irren, wie durch ein riesiges Labyrinth ihrer inneren Fragen und doch keine Antworten auf diese zu finden vermögen. Sie sind in einer Parallelwelt gefangen, vielleicht in ihren Gedanken, die sehr erdnahe sind, voller religiöser Symbole, in der jedoch keine Klarheit herrscht, sondern der Himmel von schweren Wolken verdeckt wird.

 

Zurück zur Hauptseite: https://www.teresidi.at

Über admin

Mag.art Katerina Teresidi, geboren in Georgien, aufgewachsen auf einer langjährigen Reise über Russland, Griechenland und der Schweiz bis zur Ankunft in Österreich, Vorarlberg 1999. Matura am Realgymnasium Feldkirch-Levis, Absolventin der Kunstuniversität Linz im Bereich Malerei und Grafik 2015. Lebt und arbeitet seit 2018 von Wien aus als freishaffende Künstlerin. Zahlreiche Beteiligungen an österreichischen und internationalen Ausstellungen und Projekten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.